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Ansprache zum Jahreswechsel
icon.crdate02.01.2026
Bürgermeister Oliver Franz zum Jahreswechsel 2025/26
Liebe Ottenbacherinnen und Ottenbacher,
ich hoffe, Sie konnten die hinter uns liegenden Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel bei guter Gesundheit und im Kreise Ihrer Familien und Freunde genießen.
Nun liegt das Jahr 2026 vor uns, welches auch die eine oder andere Herausforderung mit sich bringen wird, aber sicher auch viele Momente der Freude!
Zunächst jedoch nochmals einen Blick zurück auf das vergangene Jahr. Global betrachtet ein weiterer Zeitabschnitt, der geprägt war von kriegerischen Handlungen. Für uns in Europa vorherrschend natürlich der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, ein Staat, der keine 600 km von Deutschland entfernt ist. Mit einer Brutalität, die es in Europa seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gegeben hat. Welch unermessliches Leid wird über diese Völker gebracht und wer sind die Kriegsgewinner? Die Männer und Frauen, die auf dem Feld frieren, verletzt werden und sterben, sind es sicher nicht!
Zu Beginn des Jahres wurde bei uns ein neuer Bundestag gewählt. Die Bundesregierung ist nun seit Mai im Amt und ringt mit den unterschiedlichen innen- und außenpolitischen Aufgaben und Herausforderungen – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.
Bei uns im beschaulichen Ottenbach war wieder mal viel geboten, im Jahr 2025 oft unter dem Motto der 750-Jahre Feier (siehe Extra-Artikel). Zusammengefasst haben wir gemeinsam mit allen Akteuren - Vereine, Kirchen, Schule, Kindergärten, Gemeinde… - gezeigt was uns ausmacht: Wenn es zählt, halten alle zusammen. So konnten wir ein tolles Jubiläumsjahr feiern, dass in Erinnerung bleiben wird!
Der Gemeinderat hatte wieder allerhand Entscheidungen zu treffen, die Aufgabe der Verwaltung bestand dann in deren Umsetzung.
Was uns sehr umtrieb, war die Frage, wo wir künftig Geflüchtete unterbringen können, die uns vom Landkreis zugewiesen werden müssen. Leider sind wir auf der Suche nach weiterem Wohnraum nicht mehr so erfolgreich, so dass wir uns tatsächlich mit der Aufstellung von Containern für die Unterbringung beschäftigen müssen.
Die Telekom treibt in Ottenbach den Glasfaserausbau voran, was sich an vielen kleineren und größeren Baustellen im Ort ablesen lässt. In spätestens einem halben Jahr haben dann alle 3 Gewerbegebiete und viele Hofstellen im Ottenbacher Tal einen Glasfaseranschluss im Haus, finanziert zu 90% von Bund und Land und 10% von der Gemeinde.
Überwiegend in und um Kitzen mussten Hochwasserschäden an Straßen und Entwässerungseinrichtungen aus dem Jahr 2024 behoben werden, welche Kosten von ca. 800.000 € verursachten. Auch hier ist es uns gelungen über 50% Fördergelder zu akquirieren.
Die Fahrtrichtung der Buslinie im Dorf wurde gedreht, die Bushaltestellen wurden barrierefrei ausgebaut. Dies hätte aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen sowieso erfolgen müssen, deshalb war der Zeitpunkt auch im Zusammenhang mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt jetzt genau richtig.
Die Sanierung des Regenüberlaufbeckens an der Kitzener Straße wurde abgeschlossen und gleichzeitig die Planung zur Modernisierung des Regenüberlaufbeckens Neuhof begonnen. Diese Sanierungsmaßnahmen sind äußerst kostenintensiv, aber zwingend notwendig und gesetzlich vorgeschrieben. Auch die Regenüberlaufbecken Salacher Straße und Kreuzwiesen müssen in den nächsten Jahren angegangen werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten sind dann alle Regenüberlaufbecken für die nächsten Jahrzehnte gewappnet.
Nach über 12jährigem Rechtsstreit mit den ausführenden Firmen ist es nun gelungen, eine Vereinbarung über die Sanierung des Dorfplatzes abzuschließen. Der gesamte Platz von der Kirchgasse bis zum Metzger wird neu verlegt. Auf fachlichen Rat haben wir uns auf ein geändertes Material verständigt. Der neue Platz wird Ende des Jahres 2026 in Granit erstrahlen, Baustart soll der Mai sein. Was für ein jahrelanger juristischer Kampf!
Für einen sicheren Festbetrieb auf diesem neuen Platz, aber auch an anderen Stellen im Ort, haben wir gemeinsam mit Eislingen und Salach mobile Amoksperren erworben. Bitter, dass so etwas in unserer Zeit notwendig ist. Alles andere jedoch wäre nach den Erfahrungen anderer Kommunen unverantwortlich gewesen.
Für die kommenden Jahre wurden die Planungen für ein neues Gewerbegebiet und eine veränderte Unterbringung der Feuerwehr vorangebracht, weitere Kanalsanierungen beschlossen und der Bauantrag für eine weitere Fluchttreppe an der Grundschule eingereicht.
In mehreren Sitzungen wurden die Formalien für die Bürgermeisterwahl am 25.01.2026 besprochen. Seit ein paar Tagen steht fest, dass sich 5 Bewerber zur Wahl stellen.
Nach der Wahl werden sich der neue Bürgermeister, der Gemeinderat und die Verwaltung im Rahmen einer oder mehrerer Klausursitzungen über die zeitliche Schiene der vielen Großprojekte der nächsten Jahre auseinandersetzen müssen. Eine wahrlich nicht leichte Aufgabe!
Nun, was bleibt vom Jahr 2025? Sicher ist die Erkenntnis, dass wir hier im Ort sehr viel erreichen können, wenn alle an einem Strang und in die vereinbarte Richtung ziehen. Ein Blick über den Tellerrand heraus zeigt aber auch, dass bei anderer Vorgehensweise, sich die kleinsten Hürden als unüberwindbar darstellen.
Anders als in vielen anderen Gemeinden üblich, erleben wir hier keine „Ehrenkäsigkeiten“ und „Warum-ich?“-Attitüden. Hier wird zusammen geschafft, zusammen gefeiert und in bitteren Momenten auch gemeinsam getrauert. Dass viele Ehrenamtliche sich in den unterschiedlichen Funktionen für ihre Gemeinde derart selbstlos einbringen, ist einzigartig und sucht seinesgleichen! Welch ein Schatz, den wir dringend erhalten müssen.
Hierfür ein von tiefstem Herzen gefühltes „Vergelt`s Gott“ an Sie alle!!!!!
Ich wünsche Ihnen für das begonnene Jahr alles Gute und natürlich viel Gesundheit!
Ich bitte auch in diesem Jahr um Ihre Unterstützung, um unsere tolle Gemeinde zu erhalten und weiter zukunftsfähig zu machen!
Mit den besten Wünschen
Ihr
Oliver Franz
Bürgermeister


